Qualitätssiegel 2008
Verleihung in Bayern
Drei Schulen aus Eichstätt, Oettingen und Roth erhielten jetzt das eTwinning-Qualitätssiegel für hervorragende Projektarbeit mit digitalen Medien. Sie kooperierten über eTwinning mit Schulen aus sechs europäischen Ländern. Für die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning beim Verein Schulen ans Netz bildet die Feierstunde in München den Abschluss der diesjährigen Auszeichnungsrunde.
Auf der Veranstaltung am 9. Juli im Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München stellten das Sonderpädagogische Förderzentrum Eichstätt, das Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen und die Anton-Seitz-Schule Roth ihre Projekte vor. Die Schulen hatten digitale Medien und Plattformen im Internet für gemeinsame Projektarbeit mit ihren Partnern in sechs europäischen Ländern genutzt und damit den Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu Gleichaltrigen im Nachbarland eröffnet. Verständnis, Toleranz und Respekt wuchsen in gleichem Maße wie Medienkompetenz und kommunikative Fähigkeiten.
Klassische Bildung und moderne Technologien
Als Voraussetzung für eine Auszeichnung mit dem eTwinning-Qualitätssiegel müssen die Projekte sieben Kriterien erfüllen, u.a. Innovation und Kreativität, curriculare Integration und Nachhaltigkeit. Die drei ausgezeichneten Projekte hatten alle Kriterien voll erfüllt. Das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen erhielt die eTwinning-Auszeichnung für eine Partnerschaft mit einem griechischen Gymnasium in Patras. In ihrem Projekt „Oettingen entdeckt Patras und Patras entdeckt Oettingen“ bereiteten die Schüler des Altgriechisch-Kurses ihren Schüleraustausch im Internet vor und zeigten, wie klassische Bildung und moderne Technologien eine kreative Verbindung eingehen. Mehrere Schülerinnen und Schüler waren mit ihrem Lehrer Klaus Karrer nach München gekommen, um das Qualitätssiegel entgegen zu nehmen.
Naturerfahrung im europäischen Austausch
Das Sonderpädagogische Förderzentrum Eichstätt arbeitet seit 2006 mit vier europäischen Volks- und Förderschulen zusammen. In ihrem Projekt „Beneath our feet“ untersuchen die 9- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler den Boden, der ihnen „zu Füßen liegt“. In englischer Sprache tauschen sie ihre Eindrücke und Ergebnisse aus und nutzen dabei digitale Medien und das Internet. Das Projekt zeige auf hervorragende Weise, wie eTwinning-Partnerschaften – mit kreativen Methoden kombiniert – das Selbstwertgefühl stärken und zum Lernen motivieren, urteilte die Jury. Heike Härtel von der Nationalen Koordinierungsstelle eTwinning in Bonn gratulierte den Schülern und ihrer Lehrerin Iris Weitzel-Gümpel, die bereits zum zweiten Mal für ein eTwinning-Projekt mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet wurde. Herausragend an diesem Projekt sei auch, so Härtel, dass nicht nur die Schüler sondern auch die Lehrer die Informations- und Kommunikationstechnologien zielgerichtet für die Verwirklichung einer gemeinsamen Idee eingesetzt haben. Passend zur Qualitätssiegelverleihung wurde das Projekt „Beneath our feet“ in diesem Monat von eTwinning als Projekt des Monats ausgewählt.
Eine Brücke zwischen Deutschland, Schweden und Polen
Für die Schüler der Anton-Seitz-Schule Roth ist Europa „begreifbarer“ geworden. In ihrem Projekt „eTwinning – the bridge between three European classrooms“ nutzten die Jugend-lichen die englische Sprache und die Möglich-keiten des Internets, um sich über Sitten, Bräuche und das Schulsystem in Schweden, Deutschland und Polen auszutauschen. Medienerziehung und Fremdsprachenerwerb konnten optimal verzahnt werden. Die Jury urteilte, dass das Projekt neue Wege des Lernens eröffnet habe, europaweite Freund-schaften geknüpft wurden und sehr lebendig gezeigt wurde, was sich allen Vorurteilen zum Trotz sehr wohl in einer Hauptschule umsetzen ließe. Darüber hinaus habe sich das Projekt positiv auf das Schulleben ausgewirkt. Heike Härtel beglückwünschte die Schülerinnen und ihre Lehrerin Waltraud Ziegler zur wohlverdienten Auszeichnung.
Die Aktion eTwinning in Bayern
Arnulf Zöller, stellvertretender Direktor des ISB, würdigte in seinem Grußwort das beachtliche Engagement aller Beteiligten und die Qualität der Projektergebnisse. In Zukunft werde das ISB die Aktion eTwinning in Bayern gemeinsam mit dem Kultusministerium fördern und sich für die Verbreitung der Idee einsetzen. "Für mich ist eTwinning gelebte Globalisierung", betonte Zöller.
"Für uns ist die Verleihung des eTwinning-Qualitätssiegels der Höhepunkt des Jahres", sagte Heike Härtel von der nationalen Koordinierungsstelle eTwinning bei Schulen ans Netz auf der Preisverleihung. Sie bedankte sich bei den zahlreich erschienenen Gästen, die durch Beratung, Fortbildung und Förderung die Aktion eTwinning in Bayern unterstützen. Ihr besonderer Dank galt der Firma SMART Technologies, durch deren Förderung die Schulen der drei Preisträger ein interaktives Whiteboard als Auszeichnung erhielten.
Mehr dazu:
Oettingen entdeckt Patras und Patras entdeckt Oettingen
Das ausgezeichnete eTwinning-Projekt des Albrecht-Ernst-Gymnasiums Oettingen mit dem 7th Gymnasium of Patras in Griechenland
eTwinning – The bridge between three European classrooms
Das ausgezeichnete eTwinning-Projekt der Anton-Seitz-Schule mit dem polnischen Gimnazjum Nr 1 und der schwedischen Røneskolan
Beneath our feet
Das ausgezeichnete eTwinning-Projekt des Sonderpädagogischen Förderzentrums Eichstätt und weiteren europäischen Partnerschulen



